Guinnessbuch der Promotionen. Teil II

By Alex

Schwerer zu beurteilen ist natürlich, was ein besonders “extremes” Dissertationthema ist. Hier sind zwei meiner Favoriten:

Besonders geschickt machte es Hansjoachim Tiedge. Er war im Dienste der Bundesamtes für Verfassungsschutz zuständig für die Abwehr der Nachrichtendienste der DDR, wechselte jedoch die Seiten, um schließlich in der DDR eine Doktorarbeit über “Die Abwehrarbeit der Ämter für Verfassungsschutz in der Bundesrepublik Deutschland” zu schreiben. Für sich favoritenträchtig ist zudem der Titel einer weiteren Arbeit aus der DDR: “Die Entwicklung operativer Vorgänge zum systematischen Eindringen in die exekutive Führungszentrale des Bundeskanzlers in der BRD (Bundeskanzleramt)”.

Ist die Doktorarbeit einmal abgegeben, müssen nur noch die Gutachten geschrieben, die mündliche Prüfung gehalten und das Werk veröffentlicht werden. Nur noch die Gutachten?

Das dachten sich wahrscheinlich auch zwei Promovenden, von denen Ingo von Münch berichtet: In einem Fall benötigte der Zweitgutachter acht Monate, wodurch sich das Verfahren auf ganze 1,5 Jahre hinzog. Noch härter ist ein weiterer Fall eines Doktoranden, desses Arbeit allein zwei Jahre bei einem Gutachter lag. Doch auch nach den Gutachten und der mündlichen Prüfung kann noch viel Zeit ins Land gehen, bis die Dissertation endlich gedruckt ist: Hellmuth Heckers 1948 eingereichte Dissertation wurde erst 1995, 47 Jahre später, gedruckt. Bei Wilhelm Hennis dauerte es noch länger: seine 1951 eingereichte Doktorarbeit erschien erst 2003 – nach 52 Jahren.

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2 Antworten zu “Guinnessbuch der Promotionen. Teil II”

  1. irm sagt:

    Hallo,
    ich glaub mein Fall ist auch Rekordverdächtig. Mein Zweitgutachter hat 2Jahre und ein Monat gebraucht um meine Arbeit zu begutachten!
    Auch wenn es sich nun lustig anhört, es waren schwere Zeiten!

  2. Alex sagt:

    Hallo irm,
    das ist ja echt heftig. Ich denke, in Bezug auf die Gutachten hat Ingo von Münch auch hauptsächlich auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland noch viel extremere Beispiele – Deines steckt ja diejenigen im Post schon in die Tasche. Wie hast Du, wenn ich fragen darf, die Zeit bis zum Erhalt des Titels dann überbrückt?

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