Mindmapping

Mindmapping - ein Begriff, über den bestimmt jeder einmal gestolpert ist, sei es durch Fortbildungen, Tipps von Lehrern/Kollegen oder durch Literatur zu kreativem und wissenschaftlichen Schreiben. Doch können Mindmaps bei einer Dissertation helfen?
Geschichtlich geht der Begriff auf den Briten Tony Buzan zurück, der zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher zu Themen wie Mindmapping oder Speedreading verfasste. Heute gibt es eine kaum noch zu überblickende Flut von Mindmap-Ratgebern - im Großen und Ganzen lassen sich dabei folgende Anwendungsgebiete unterscheiden:

  • Ideen sammeln/brainstorming
  • Strukturierung und Planung
  • Präsentieren
  • Lernen

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Es liegt auf der Hand, dass besonders die ersten beiden Punkte für den wissenschaftlich Arbeitenden interessant sind, ferner vielleicht auch das Präsentieren, wenn z.B. eine Vorstellung des eigenen Projektes in einem Doktorandenkolloquim oder auf einer Tagung ansteht.

Ihren Wert als Ideensammler entfalten Mindmaps besonders ganz am Anfang der Arbeit, wenn man sich erst einmal klar werden muss, wie die ganzen Ideen, die man hat, zu einem Ganzen werden sollen. Man kann zunächst alles, was einem einfällt, aufschreiben und dann versuchen, die einzelnen “Bausteine” einander zuzuordnen, bis man alles miteinander “vernetzt” hat. Damit ist man im Prinzip auch schon beim Schritt “Strukturierung und Planung”. Oft wird auf diesem Wege sogar schon eine erste Grobgliederung der Arbeit klar: Was gehört zu welchem Oberpunkt? Wo muss ich auf was verweisen? Was kommt zuerst/später/zuletzt? Diese Grobgliederung lässt sich dann weiter ausarbeiten. Selbst während dem Schreiben ist es dann gar nicht schlecht, neben der Gliederung immer noch eine Mindmap zu haben - man kann so Zusammenhänge oft schneller und deutlicher erkennen und gegebenenfalls auch wieder verändern.
Trotz aller Vorteile sind Mindmaps dennoch kein “Allheilmittel”. Problematisch ist besonders ihre hierarchische Struktur: In der Regel ordnet man Informationen gewissen Oberpunkten zu. Sind diese aber für mehrere Oberpunkte interessant, wird die visuelle Darstellung oft schwierig - nicht selten endet das ganze in einem Linienchaos, das keiner mehr überblicken kann. Das Stichwort “keiner” verweist hier auch gleich auf das nächste Problem: Mindmaps sind oft sehr individuell und bei höherer Komplexität von Außenstehenden schwer nachzuvollziehen. Bei Präsentationen sollte man sich daher auf einfache maps mit wenigen Punkten beschränken. “Überkomplexe” Mindmaps können schließlich auch ihrem Autor selbst zu Verhängnis werden - wer jedesmal Stunden braucht, um sein kryptisches Gebilde wieder zu entziffern, sollte sich überlegen, ob er/sie seine/ihre Zeit nicht besser investieren könnte.

In den nächsten Tagen gibt es dann noch ein paar Tipps zu verschiedenen Mindmap-Techniken und praktischer Software.

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