PaM: Druckkostenzuschuss für die Dissertation
Beunruhigt hat mich in letzter Zeit besonders die Frage nach den Druckkosten meiner Dissertation. Die meisten Promotionsordnungen verlangen ja die Abgabe von Pflichtexemplaren an ausgewählte Bibliotheken als Voraussetzung für das Führen des Doktortitels (wobei einige mittlerweile auch die Publikation im Internet anerkennen). Das kann je nach Art der Veröffentlichung (Selbstverlag, Verlag, etc.) und nach Umfang der Disseration richtig teuer werden. Da meine Arbeit eine Edition ist die ca. 1500 Seiten umfassen wird, war es höchste Zeit, mal Möglichkeiten für Druckkostenzuschüsse zu eruieren.
Eine sehr gute Auflistung gibt die Stipendiendatenbank von e-fellows. Hier einfach das eigene Fach und unter “Art der Unterstützung” “Zuschüsse für Sach- und Reisekosten” angeben. Es lohnt sich hier nicht, alle dort aufzufindenden Institutionen aufzuzählen, da die meisten nur fach- oder unispezifisch unterstützen. Die allgemeinsten Anlaufstellen sind in der Regel:
DFG
Die DFG gewährt Publikationsförderung nur noch in Ausnahmefällen und nur für Arbeiten mit der nach der jeweiligen Promotionsordnung möglichen Bestnote (i.d.R. “summa cum laude”). Möglich sind auch Zuschüsse, wenn das Dissertationsprojekt im Rahmen eines DFG-Projektes stattfindet.
VG Wort
Die VG Wort bietet gleich 2 Möglichkeiten zur Deckung von Druckkosten:
1. ein direkter Druckkostenzuschuss, der bei der VG Wort beantragt werden kann.
2. kann auch für Dissertationen eine Ausschüttung für die Bereitstellung der eigenen Publikation in Bibliotheken beantragt werden (siehe unseren letzten PaM-Post).
Oskar-Karl-Forster-Stipendium
Das Oskar-Karl-Forster-Stipendium gewährt eine Beihilfe von 100-400 €. Voraussetzung ist mindestens “magna cum laude” und Einkünfte, die die Höhe eines vollen Stipendiums nicht übersteigen.
Um weitere Hinweise bin ich natürlich sehr dankbar, und ich bitte jeden, der noch etwas dazu weiß, einen Kommentar zu diesem Post zu schreiben!
Schlagworte: Druckkosten, PaM
April 28, 2008 um 3:23 Uhr nachmittags
Mal eine ganz blöde Frage, aber wieso wird deine Diss 1.500 Seiten lang?
April 28, 2008 um 4:51 Uhr nachmittags
Ist gar keine blöde Frage, meine Diss ist da eher ein Sonderfall: Ich erstelle eine Edition des Romans “Leben Fibels” von Jean Paul. Der Originaldruck des Romans umfasst 358 Seiten, und die handschriftlichen Vorarbeiten, die ebenfalls mit einbezogen werden sollen, ca. 1000 Seiten. Zwar werden in der Regel mehrere Originalseiten auf eine endgültige Druckseite der Diss gehen, aber wenn ich alles abdrucken will läuft es trotzdem auf ca. 1000 Seiten reines Material hinaus. Hinzu kommt dann noch mein Kommentar, der auch relativ lang wird, plus einige Kapitel wie Einleitung, Editionsrichtlinien, Beschreibung der Textgrundlage, etc. Hochgerechnet macht das dann im Ernstfall 1200-1500 Seiten.
Natürlich könnte ich mich entscheiden, die 1000 Seiten Vorarbeiten nur in Auszügen abzudrucken, das würde meine Diss erheblich verschlanken. Aus wissenschaftlicher Sicht ist mir aber sehr an einem vollständigen Abdruck gelegen. Das Ganze wird sich noch zeigen, und es hängt auch noch von anderen Kriterien ab (z.B. ob mein Verlag das mitmacht). Aber für Kalkulationen gehe ich lieber vom teuersten Fall aus (Ich sage nicht “worst case”, da dieser Fall mir aus wissenschaftlicher Sicht am liebsten wäre, und der nur eben aus finanzieller Sicht etwas heftig ist).
So, ich hoffe, ich konnt Dir einen kleinen Einblick in meine Diss geben. Wenn es Dich interessiert kannst Du Dir ja auch mal meine Projektseite anschauen:
http://www.jean-paul-portal.uni-wuerzburg.de/neue_werkausgabe/leben_fibels/