In Zukunft wird es für private Hochschulen leichter, das Promotionsrecht zu erhalten. Zwar gibt es schon jetzt einige private Unis, wie Witten-Herdecke oder die Jacobs University, die Doktoranden ausbilden dürfen, doch war die dafür notwendige Akkreditierung bislang eher undurchsichtig. Der Antrag der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen wurde zum Beispiel abgelehnt. Nun hat der Wissenschaftsrat einen klaren Katalog mit festem Vorgehen definiert, wie das Promotionsrecht erreicht werden kann. Ich finde das gut. Ein Bisschen mehr Wettbewerb schadet den großen staatlichen Flaggschiffen sicher nicht.
Archiv für die Kategorie ‘Rund um Uni & Forschung’
Promovieren in Zukunft auch an Privat-Unis
Juli 15, 2009Datenschutz im Internet und wie wir damit umgehen
Juli 14, 2009Wieder mal das Thema Datenschutz im Internet. Eben lese ich: Soziale Netzwerke mit mangelndem Fair-Play: Verbraucherzentrale Bundesverband geht gegen Geschäftsbedingungen von Sozialen Netzwerken vor. Es ist verheerend, wie die meisten Web-Unternehmen mit den Daten Ihrer Kunden umgehen. Wussten Sie, dass Google alle Daten durchsuchen darf, die Sie z.B: bei Google Docs einstellen? Mir dreht sich der Magen um, bei dem Gedanken, dass Google meine Doktorarbeit durchsucht, bevor ich sie publiziert habe. Oder: bei den meisten (besonders amerikanischen) Web-Unternehmen gehören alle Daten, die Sie einstellen, dem Anbieter. Wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit schreibe, dann möchte ich, dass sie mir gehört, nicht dem Anbieter der Software, die ich nutze.
Private Daten sind immer wichtig. Für Wissenschaftler sind sie das Allerheiligste. Desshalb haben wir bei scholarz.net eine extrem strikte Datenschutzpolitik. Wir bieten Ihnen Handwerkszeug und wir bieten Ihnen Speicherplatz. Was Sie damit machen ist Ihre Sache und geht uns nichts an. Alle Daten die Sie einstellen, gehören Ihnen und ausschließlich Ihnen. Niemand kann sie sehen, außer Sie selbst machen die Daten öffentlich. Wir durchsuchen Ihre Daten nicht, wir werten Ihre Daten nicht aus, und wir geben Ihre Daten nicht weiter. Weder die Forschungsdaten, noch die Profildaten, noch sonst etwas. Wir haben unsere eigenen Doktorarbeiten in scholarz.net. Wir wissen, wie wichtig das Thema ist und wir verhalten uns entsprechend.
Berichte von der HRK Expertenanhörung zum Web 2.0
Juli 8, 2009Gestern und vorgestern war ich in Hagen auf der Expertenanhörung der Hochschulrektoren-Konferenz zum Thema Wissenschaft und Web 2.0. Zwei sehr interessante Tage mit guten Gesprächen, interessanten Kontakten und spannenden Vorträgen. Einerseits habe ich mich über die Möglichkeit gefreut, scholarz.net vorzustellen und für unsere Vision zu werben, das Web 2.0 für die Forschung fruchtbar zu machen. Andererseits habe ich auch viele Anregungen für uns selber mitgenommen und viel von den anderen Experten gelernt.
Da es von anderen Teilnehmern schon gute Berichte gibt, spare ich mir eine erneute Beschreibung des Programms und verweise einfach auf die Kollegen.
Sowohl der Post von Jan Schmidt im Schmidtmitdete-Blog als auch der Bericht von Thomas auf E-Learning 2.0 sind sehr lesenswert.
Web 2.0 in der Wissenschaft – Letzter Teil: Haben Juristen keine Ahnung vom Internet?
Juli 3, 2009Hätten Sie gedacht, dass Juristen und Künstler das Web 2.0 am wenigsten von allen Forschergruppen verwenden? Besonders bei den Juristen musste ich mir die Augen reiben – selbst Theologen, Philosophen und Sportler fühlen sich im Internet wohler. Ganz vorne liegen – wenig überraschend – die Medien- und Informatik-Fächer.
Und was denken Sie?
Welche Erkenntnisse Sie besonders interessant, spannend oder überraschend? Wo könnte man weiterforschen? Welche Fragen haben sich für Sie eröffnet oder geklärt? Wir freuen uns über Kommentare!
(Gestern Teil 3: Wer braucht schon Netzwerke?)
(Die vollständige Studie „Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0“ finden Sie hier.)
Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 3: Wer braucht schon Netzwerke?
Juli 2, 2009Warum bloggen wir überhaupt?
52% der befragten Wissenschaftler lesen niemals Blogs, während gerade einmal jeder hunderste mehr als dreimal die Woche auf einem Blog zu Gast ist. Sind wir nur ein kleiner Haufen Esoteriker, der in seiner eigenen Brühe kocht?
Immerhin: zumindest 92% kennen den Begriff “Blog”. Und fast jeder zehnte Wissenschaftler ist aktiver Blogger, wenngleich die Mehrheit lieber über private Themen schreibt. Dabei sieht man doch an “Wissenswerkstatt” oder “Tiefes Leben”, dass eine Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Blogs neue und spannende Möglichkeiten bietet: So werden unterschiedlichste Themengebiete abgedeckt, neue Perspektiven erschlossen und anregende Diskussionen gestartet.
Möglicherweise ist Bloggen aber doch eine zu aufwändige Tätigkeit, vor allem wenn sie wissenschaftlichen Ansprüchen an Exaktheit und Seriosität gerecht werden will. So liegt es vielleicht am schieren Zeitmangel im Wissenschaftsbetrieb, dass Blogs sich noch nicht auf ganzer Linie als Mittel der Wissenschaft durchgesetzt haben.
Wer braucht schon Netzwerke?
Noch immer wissen 8% der Wissenschaftler nicht, was man unter Social Networking zu verstehen hat – und weitere 40% sind schlichtweg nicht überzeugt.
Diese Zahl überrascht uns dann doch. Wir sind davon ausgegangen, dass mindestens 85% der Wissenschaftler bei StudiVZ, XING &Co. angemeldet sind, da ja angeblich „jeder“ diese Paradebeispiele des Web 2.0 verwendet. Laut unserer Umfrage nutzen jedoch nur 23% diese Plattformen häufig bis sehr häufig, 35% selten bis eher selten.
Es ist nicht viel mehr als ein Gerücht, dass die Welt des Social Networking auch in der Wissenschaft angekommen sei – schade eigentlich, schließlich ist gerade das „Kontakte knüpfen“ schon am Beginn der akademischen Laufbahn sinnvoll. (Wer jetzt damit anfangen will, kann das ja gleich in scholarz.net tun
).
(Gestert Teil 2: Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia)
(Die vollständige Studie „Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0“ finden Sie hier.)
Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 2: Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia
Juli 1, 2009Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia
99% der von uns befragten Wissenschaftler kennen Wikipedia – über so einen hohen Bekanntheitsgrad kann sich im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich nur noch der Papst freuen. Auch in der täglichen wissenschaftlichen Arbeit ist Wikipedia kaum mehr wegzudenken: 64% nutzen die Online Enzyklopädie häufig (mehr als einmal in der Woche), gerade einmal 5% nutzen sie nie.
Vermutlich gilt aber auch: kaum jemand wird vor seinem Professor zugeben, sich regelmäßig bei Wikipedia in Themengebiete einzulesen oder sie gar als Anlaufstelle für alle Gelegenheiten zu nutzen. Was aber der Fall ist: So erreicht die Aussage „Ich nutze Wikipedia zur schnellen Einführung in ein Themengebiet“ auf einer fünf-stufigen Likert-Skala (1 = trifft nicht zu, 5 = trifft voll zu) einen Mittelwert von 4,19. Der Aussage „Seiten wie Wikipedia sind eine echte Erleichterung für mich“ stimmen die Teilnehmer immerhin mit einem Wert von 3,49 zu.
Zugleich aber geben die Teilnehmer mit gleicher Vehemenz (Mittelwert 3,54) der – natürlich leicht ironisch gemeinten – Aussage Recht: „Aus Wikipedia zu zitieren ist eine Todsünde“. So kann man wohl von einem etwas zwiespältigen Erfolg von Wikipedia in der wissenschaftlichen Welt sprechen: jeder kennt sie, alle nutzen sie, aber darüber sprechen darf man höchstens beim Mittagessen mit Kollegen…
Jeder kennt Endnote
Von 2361 Teilnehmern, die unsere Fragebögen vollständig ausgefüllt hatten, kannten nur 12% diese Form des Reference Management nicht. Weitere 28% nutzen die Desktop Programme nicht, selbst wenn sie sie kennen. Ursache könnte beispielsweise die Furcht vor einem gewissen Einarbeitungsaufwand sein oder die Vermutung, daraus keinen erheblichen Nutzen zu ziehen. Dennoch sind sechs von zehn Doktoranden von den Vorzügen der desktopbasierten Literaturverwaltung überzeugt.
(Teil 1 gestern )
(Die vollständige Studie „Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0“ finden Sie hier.)
Die scholarz.survey-Ergebnisse sind da! – Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 1
Juni 30, 2009Die Ergebnisse unserer großen Web 2.0-Studie sind da!
Im Sommer 2008 beteiligten sich über 3000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an unserer Online-Umfrage „Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0“. Erhalten hatten sie den Link über eine E-Mail, die von den Dekanaten aller Universitäten weitergeleitet wurde, sowie über Blogs, in denen auf unser Projekt hingewiesen wurde.
Dafür geht an dieser Stelle erstmal ein großes Dankeschön an die MitarbeiterInnen der Unis und an die BloggerInnen, die uns bei unserem Projekt unterstützt haben. Und ein Riesen-Dankeschön rufen wir von hier aus dem Co-Autor Johannes Moskaliuk zu. Wir haben uns über unsere Blogs kennen gelernt und es ist eine Freude, mit ihm zu arbeiten.
Die vollständige Studie „Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0“ finden Sie hier. Wer lieber mit interessanten „Häppchen“ versorgt werden möchte, findet diese ab morgen hier auf unserem scholarz.blog. Für heute soll es daher mit einem kleinen Vorgeschmack auf die durchaus spannenden Ergebnisse reichen:
Keiner kennt Herrn Wong!
Social Bookmarking fristet auch 2009 noch ein Schattendasein in der Wissenschaft. 45% der Befragten kennen den Begriff nicht, weitere 45% nutzen MisterWong, delicious & Co. nie – gerade einmal 3% geben an, das Tool häufig bis sehr häufig zu nutzen, 4% immerhin selten. Unter den 7 Millionen Nutzern jeden Monat auf MisterWong sind also nur wenige der ca. 500.000 Wissenschaftler an Hochschulen und Forschungseinrichtungen (darunter ca. 140.000 Doktoranden) zu finden – haben Sie eine Idee, woran das unterproportionale Interesse der Wissenschaftler am Bookmarken liegen könnte?
Spieglein, Spieglein an der Wand…
Juni 26, 2009…sag mir wer ich bin. Irgendwas stimmt da nicht. Richtig. Schließlich wollte Schneewittchens’ Stiefmutter wissen, wer die Schönste im ganzen Land sei. Doch egal, wie es nun korrekt heißen sollte: Eine italienische Psychologin hat festgestellt, je nachdem welche Märchen wir uns gerne erzählen und welche Stelle wir hervorheben oder verändern, es verrät vieles über unsere Konflikte und Ängste. Die Psychologie des Märchens
(ps: Wussten Sie, dass Schneewittchen hier aus Lohr, einer kleinen Stadt bei Würzburg, kommt? Wir haben eindeutige und wisseschaftlich hieb und stichfeste Beweise. Zum Beispiel Schuh und Spiegel der bösen Stiefmutter. (!) Und 7 Berge. (!) Schändliche Stimmen in den Medien behaupten zwar, dass die Ansprüche anderer Städte, die wahre Heimat von Schneewittchen zu sein, berechtigter wären, doch sind die bestimmt nur gekauft und bestochen worden. Daher darf hier auch Jahr für Jahr eine dunkelhaarige lohrer Schönheit als offizielles Schneewitchen Äpfel an die Touristen verteilen.
)
Anleitung zur Digitalisierung der privaten Bibliothek
Juni 24, 2009Was tun, wenn man extrem viele Bücher hat, die man gerne immer verfügbar hätte, voll durchsuchbar, auf dem Computer und unterwegs? – Ganz einfach, man digitalisiert sie. Solang man das nur für den Eigenbedarf tut, ist es legal, seine Bücher einzuscannen. Ich habe bislang noch nicht das Bedürfnis verspürt, alle meine Bücher einzuscannen, aber Drew Craford vom SealedAbstract-Blog hat seine letzten Monate genau damit verbracht. Er hat sich mit wissenschaftlicher Akribie an das Thema gemacht und die Methode perfektioniert. Jetzt schwärmt er von den Vorteilen und erklärt, wie man es am geschicktesten angeht: The joy of electronic books
Geistesblitzen auf die Sprünge helfen
Juni 18, 2009Gerade in Forschung und Wissenschaft sind kreative Ideen wichtig. Aber die lassen sich so schwer auf Kommando abrufen.
Der Selbst-und-Ständig-Blog beschäftigt sich mit dem Thema und schreibt unter anderem:
“Hirnforscher haben herausgefunden, dass unser Gehirn gerne auf altbekannte Muster, auf sogenannte Synapsen-Autobahnen, vertraut. Das heißt: Unser Gehirn unternimmt unter diesen Umständen keine neuerlichen Anstrengungen kreativ zu sein. Es verlässt sich auf bereits vorhandenes Wissen. Das ist auch gut so, damit wir mit unserem Alltag zurecht kommen. Um auf neue Ideen zu stossen, steht uns dieser Mechanismus allerdings im Weg.
Da gilt es, mit ein paar Tricks und Kniffs diesen “Mechanismus” auszuhebeln:
- Hirn nicht zermatern, sondern häufiger lüften!
- Notizblock dabei haben!
- Andere zum “Kreativkongress” oder “Ideenparty” einladen!
- Um die Ecke herumdenken!”
Die zweite Frage ist dann: Wie gehe ich mit meinen Ideen und Geistesblitze um? Wie mache ich sie fruchtbar und setze sie zielgerichtet ein? Vor diesem Hintergrund haben wir scholarz.net entwickelt: Man sammelt jede Idee oder Information in einer eigenen Notiz. Jede Notiz kann an beliebig vielen Stellen gleichzeitig abgelegt werden. (Beispiel: ich lese ein Buch und habe dazu eine Idee für meine Diss und den Vortrag nächste Woche. Also mache ich eine Notiz und ordne sie der Quelle, der Diss und dem Vortrag zu. Egal welchen der Ordner ich später öffne – die Notiz ist da.) Dadurch habe ich mein Wissen genau da, wo ich es einsetzen möchte und verliere meine Ideen nicht.


