Haben Sie schon einmal was von Ewigkeitslampen gehört? Gibt’s nicht? Alles eine Lüge? Kein Wunder, dass die Lampen Ihnen nicht vertraut sind. Denn wenn es nach Verschwörungstheoretikern ginge, dann vertreibt die Lampenindustrie gewollt keine Ewigkeitslampen, obwohl technisch längst möglich (!). Der Grund: An kurz durchbrennenden Glühbirnen verdiene die Branche mehr. So argumentieren Verschwörungstheoretiker, obgleich die Logik uns Sinn macht, und auch irgendwie misstrauisch. Doch woran erkennt man Verschwörungstheorien?
Zuerst die Folgerung, dann die Gründe: Der klassische Verschwörungstheoretiker beginnt mit einer Schlussfolgerung, zum Beispiel: “Die Bush-Administration war Nutznießer des 11/9, also steckt sie hinter den Angriffen.” Danach kommen erst die Gründe, die – bildich gesagt- das aufgestellte Kartenhaus in seine Einzelteile aufdeckt. Ein Assistent des führenden JFK-Attentats-Theoretikers Jim Garrison erläutert dessen Ermittlungsmethoden im Mordfall Kennedy wie folgt: „Meistens ordnet man die Fakten und zieht dann die Schlussfolgerungen. Doch Garrison zog eine Folgerung und ordnete anschließend die Fakten. Und wenn die Fakten nicht passten, pflegte er zu sagen, dass sie von der CIA verändert worden seien.”
Die Vorliebe zur Obskurität: Verschwörungstheoretiker wissen ganz genau, wie sie ihre Argumente plausibel verkaufen. Anstatt ihr Urteil mit dem uns allgemein vertrauten Wissen zu belegen, ziehen sie exotische und meist unbekannte Beweise vor.
Quellen bleiben unbekannt: Ein weiteres Merkmal spiegelt sich in der Grammatik wieder: Verschwörungstheoretiker benutzen die Passiv-Form und vage Pronomen, wie “sie”. So werden die Namen nicht erwähnt. Auch sind folgende Ausdrücke geläufig: “Um die Namen der Personen zu schützen, habe ich mich entschieden, meine Quelle im gegenwärtigen Augenblick nicht preiszugeben”.
Mit Namen, Daten und Fakten bombardieren: Was machen wenn einem die Argumente ausgehen? Für Verschwörungstheoretiker gibt es nichts einfacheres als das. Sobald die Beweise fehlen, werden Personen, Daten und Tatsachen erfunden – Hauptsache zuviel. Der Effekt: Der Leser wird mit so vielen Fakten bombardiert, dass er der Argumentation nicht mehr folgen kann.
Eine Verschwörungstheorie folgt der anderen: Die Lücke in einer Verschwörungstheorie hingegen wird durch eine weitere Verschwörungstheorie erklärt. Ein Beispiel: Um zu erklären, wie es möglich sei, dass keine zusätzlichen Kugeln in der Leiche des erschossenen John F. Kennedy gefunden wurden, argumentierten Verschwörungstheoretiker: die Kugeln seien von Ärzten heimlich entfernt worden.
Nutznießer, automatisch Übeltäter: Und noch ein Attribut sticht ins Auge: Wer aus einem Ereignis Gewinn zieht, wird umstandslos als der Verursacher gewertet. Das ist die gängige Meinung von Verschwörungstheoretikern, und die Liste ihrer mutmaßlichen Verschwörer ist lang, bis hin zur Bush-Administration.
Fazit: Man muss genau achten, womit man sich auseinandersetzt. Zwischen den Zeilen lesen ist nachwievor der beste Grundsatz, um sich vor solchen Theorien zu schützen.
Mehr zum diesem Thema finden Sie unter gwup.org.Viel Spaß beim Lesen!:-)